Mit den Toten speisen

Wir haben Gestern beim rumzappen eine phantastische Dokumentation über das Totenfest in Mexiko aus dem Jahre 2006 gefunden. Der Titel:

 

Mexiko - Totenfest mit Pappmaché und Zuckerguss

 

Auf der ARD –Seite im Internet fand ich folgenden Text dazu:

 

„Die ersten beiden Novembertage werden in Mexiko "los dias de los muertos" genannt - die "Tage der Toten". Sie werden begangen wie eine Mischung aus Weihnachten und Karneval. Die Mexikaner glauben, dass die Verstorbenen an diesen Tagen zurückkommen, um den Hinterbliebenen einen Besuch abzustatten. In den Häusern ihrer Familien wird schon seit Tagen für sie gekocht, die Wohnungen werden festlich hergerichtet. Vor den Geschäften und auf den Märkten stapeln sich Totenköpfe aus Plastik oder Zuckerguss, riesige Skelette aus Pappmaché, Kerzen und anderer Altarschmuck sowie Brot und Naschereien in Knochen- oder Totenschädelform. Auch die junge Mexikanerin Betty fiebert auf die "dias de los muertos" hin. In ihrem Dorf in Michoacán ist der Glaube, dass die Toten zurückkehren, besonders stark. Ihr Großvater Agostin ist erst vor wenigen Monaten verschieden. Wie für alle Verstorbenen wird für ihn im Hause seiner Familie ein Willkommensaltar errichtet. Dort soll er alles vorfinden, was er zu Lebzeiten besonders mochte: seine Lieblingsspeisen, kleine Erinnerungsobjekte, Fotos aus seinen besten Tagen, Blumen und seinen Lieblingsschnaps. Seine Enkelin Betty möchte ihn zusätzlich überraschen: mit einer Cavalera, einem großen Skelett aus Pappmaché. Einer der größten Wünsche des Großvaters war es, zu erlernen, wie diese bei den Mexikanern so beliebten Spaßfiguren hergestellt werden. Um des Großvaters Traum stellvertretend zu erfüllen, macht sich Betty kurz vor Allerheiligen auf den Weg nach Mexiko-Stadt, denn dort finden sich die wahren Calavera-Künstler.“

 

Mein Kommentar zum Film.

 

Es ist ein sehr liebevoll gemachter Film, der uns einen anderen kulturellen Umgang mit dem Tod aufzeigt. Hier zeigt sich im Film ein tiefes spirituelles und erfahrbares Wissen, das unsere Seele berührt und uns den eigenen (halb-) verschütteten Glauben freilegt.   Dieser Film zeigt aber auch, dass diese mexikanische Tradition bedroht ist durch die „moderne Halloween“ – Tradition, wenn die sich nur im „trick or treat“ erschöpft.

 

Folgender Link weist zur Mediathek:

 

http://www.3sat.de/mediathek/mediathek/index.php?display=1&mode=play&obj=29979