Selbstkontrolle

“You take my self, you take my self control

You got me livin' only for the night

Before the morning comes, the story's told

You take my self, you take my self control”

 

Laura Branigan

 

 Warum es wichtig ist eine gute Selbstkontrolle zu erlangen?

  

Wie weit können wir selbst unsere Leistung, ein Ergebnis oder ein Verhalten überprüfen, bewerten und gegebenenfalls korrigieren? Was ist das Maß der Selbstkontrolle? Was geschieht bei Verlust der Selbstkontrolle? Und gibt es sogar ein zu viel an Selbstkontrolle?

 

Wie bedeutsam der Faktor „Selbstkontrolle“ für die persönliche Entwicklung ist wurde mir kürzlich schlagartig beim Lesen des Essays: „Geld und Glück, Karies und Kriminalität“ klar. Es stammt aus dem Buch: „Nichtstun, Flirten, Küssen … und andere Leistungen des Gehirns“(; geschrieben von Herrn Manfred Spitzer).

 

Er greift im Essay auf Forschungsergebnisse zurück, die eindeutig die Wichtigkeit aufzeigen ein hohes Maß an Selbstkontrolle im Leben zu erlangen. Zu mindestens dann, wenn man ein gutes Leben führen möchte. Warum? Der Faktor Selbstkontrolle ist statistisch relevant für unsere berufliche und private Entwicklung. Doch bevor ich all das an Daten reproduziere und erkläre lesen sie lieber selbst sein Essay.

 

Das Thema Selbstkontrolle gehört nicht gerade zu den klassischen Themen meiner bisherigen beruflichen Tätigkeit als Coach oder spiritueller Lehrer. Diese Fähigkeit kommt quasi nur versteckt einher, weniger ein offenes Fördern der Fähigkeit als ein Beheben des Verlustes wird erbeten.  

 

Dem Choleriker mangelt es offensichtlich an einer guten Selbstkontrolle. Ich habe bis jetzt nur Choleriker kennen gelernt, die scheinbar kein großes Eigeninteresse besitzen, diese Verhaltensweise ändern zu wollen. Oh - bitte nicht aufregen. Lassen Sie sich nicht von mir provozieren Sie gehören bestimmt nicht zu diesen Uneinsichtigen. Nicht immer ist eine fehlende Selbstkontrolle so augenscheinlich erkennbar. Was ist also das Maß, mit dem wir „Selbstkontrolle“ messen müssen?

 

Eigentlich sucht man immer „messbare“ Variable, die mit dem Thema korrelieren. Eine geringe Frustrationstoleranz, ein labiles Verhalten, geringe Aufmerksamkeit sind sicher Indizien für geringe Selbstkontrolle. Und wie sieht es mit der Hyperaktivität aus? Wie gut sind die Selbst- und Fremdeinschätzungen bei der Beurteilung des Maßes für Selbstkontrolle?

 

Viele Menschen erreichen ihre persönlich gesetzten Ziele nicht. Geben sie gerne anderen die Schuld für ihr scheitern oder sagen sie sich:“was soll´s neues Spiel neues Glück“? Könnte eine fehlende Selbstkontrolle dafür Ausschlag gebend sein im Leben oder Liebe zu scheitern? Als alleiniger Grund wohl kaum. Und trotzdem glaube ich, dass es sich lohnen wird diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Im Internet findet man so einiges zu diesem Thema. Zwei dieser von mir gefundenen Quellen habe ich hier nachfolgend verlinkt.

 

 Im Internet gefunden 

 

Das erste Beispiel zeigt, dass unser Gehirn scheinbar nur eine beschränkte Kontrollkapazität besitzt. Ich zitiere den Autor:

 

„Menschen, die sich beispielsweise bei ihren Ernährungsgewohnheiten zügeln müssen, hätten es laut den Forschern schwer, weitere Ziele kontrolliert anzusteuern, etwa das Rauchen aufzugeben oder eine andere Verhaltensweise zu korrigieren.“

 

Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/284556

Das stimmt vollkommen mit meiner langjährigen Beobachtung überein, dass Personen, die zu viele verschiedenartige Veränderungen initiieren sich letztendlich persönlich nur überfordern. Eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung findet so nicht statt. Als Coach muss man darauf achten, dass sein Klient einem (energetisch) roten Faden folgt.

 

Das zweite Beispiel stammt aus der Quelle:

 

 http://imgriff.com/2010/07/27/selbstkontrolle-verbessern-der-gluecksmuskel/

 

Hier zitiert der Autor eine Erkenntnis von Malte Friese und Claude Messner vom Institut für Psychologie der Uni Basel. Dies umschreiben das Verhältnis von Intelligenz und Selbstkontrolle wie folgt:

 

«Vereinfacht gesagt zeigt Intelligenz in einem gewissen Maße das Potenzial einer Person an, während Selbstkontrolle eine Abschätzung erlaubt, wie gut eine Person das eigene Potenzial nutzt, um erfolgreich zu sein.»

 

Und genau diese Behaptung sollte jeden Persönlichkeitscoach hellhörig werden lassen.

  

Der Autor selbst gibt uns in seinem Artikel zuletzt „vier Tipps zum Glück“.

 

Was ich an diesem Artikel insgesamt besonders wichtig finde ist die Erkenntnis, dass zur Selbstkontrolle nicht nur eine gewisse Willensstärke gehört sondern die Vorsichtsmaßnahme (Kontrollmechanismen), die fehlende Willensstärke kompensiert.

 

Schokolade, die meine Frau nicht kauft, muss ich nicht essen. Schokolade die ich selber kaufe wird wahrscheinlich auch von mir selbst verzehrt werden, wenn andere Familienmitglieder nicht schneller sind. Trotzdem ist der Anreiz die Schokolade in den Einkaufswagen zu legen (->entstehende Kosten) wahrscheinlich weniger groß als der Reiz der Auftritt wenn ich die schon bezahlte Schokolade zu Hause „verzehrbereit und nun kostenfrei“ vor mir sehe.

 

Ein kluges vorrauschauendes Handeln scheint Selbstkontrolle zu ermöglichen bzw. eine solche Planung gehört zur Selbstkontrolle.

 

Konsequenzen

 

Oscar Wilde sagte: „Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht“, ist das schon ein Indiz für seinen Lebensweg, der nicht grade glücklich endete? Auch sein Ratschlag “Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen!“ kann, wenn wir ihn befolgen, uns in die Bredouille bringen.

 

Doch wäre Oscar Wilde jene Persönlichkeit geworden ohne seinen gefährlichen Hang so zu Leben wie er es tat? Mangelte es ihm wirklich an Selbstkontrolle? Lesen Sie mal seine interessante Biographie oder besuchen sie eine unserer literaisch-biographischen Abendveranstaltungen zum Thema Oscar Wilde. Auch das Beispiel des Cholerikers, der zumindest in einer „Lehre der Temperamente“ seinen festen und sinnvollen Platz hat, scheint mir angebracht um das Thema Selbstkontrolle einzukreisen.

 

Fehlende Selbstkontrolle zeigt sich auf sehr unterschiedliche Ebene (Partnerschaft, Konsum, Essen, berufliche Orientierung, Gesundheit, Lernen, … ) und besitzt daher viele Variablen, die es zu berücksichtigen gibt. Selbstkontrolle ist komplex.

 

Eins liegt nach den Forschungsergebnissen für mich klar auf der Hand, helfen Sie ihren Kindern die Selbstkontrolle zu erlangen, dann brauchen sie weniger Ängste um das  Lebensglück ihrer Kinder und auch das Eigene zu haben. Geht es den Kindern gut, können auch die Eltern relaxen. Nun stellt sich die naheliegende Frage, wie macht man das?  

 

Als schamanischer Coach lehre ich synergetisch- andersweltlich. Mit den Trollen erfahren und fördern wir Gelassenheit, mit den Kobolden den Humor, mit den Gnomen lernen wir uns selbst zu …. und nicht zu vergessen auch die Mathematik liegt im andersweltlichen Blute. Doch wie kann uns Annwn bei diesem Thema helfen? 

 

Randbemerkungen zum Thema "Selbstkontrolle und Fremdkontrolle".

 

Wer lässt sich gerne von Fremden kontrollieren. „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, denkt so mancher Arbeitgeber und überwacht (auch mal unrechtmäßig) seine Angestellten per Videokamera. Stechkarten, Computertätigkeits-Überwachungsprogramme, … wer Arbeit schon gerne freiwillig?

 

Schon den Galeerensträflingen musste man den Takt vorschreiben. Also Kontrollmechanismen aufbauen.

 

Wie aber sieht es aus, wenn die Eigenmotivation der Angestellten und ihre Fähigkeit ihre Arbeitsleistung selbst zu kontrollieren und zu korrigieren anfänglich genügend groß ist, können wir dann auf Fremdkontrolle gänzlich verzichten? Oder wirkt sich die Fremdkontrolle als demotivierend aus?

 

Es gibt genügend plausible Gründe warum wir andere kontrollieren wollen. Die Ehefrau, die eine Detektei beauftragt, ihren Mann zu überwachen kann dies aus sehr unterschiedlichen Motiven tun. Aus sehr verständlichen oder auch sehr unverständlichen.

 

Welche Eltern schauen nicht mal nachts nach dem Neugeborenen um sicher zu sein, das alles in Ordnung ist. Jemand anderen kontrollieren zu wollen entspringt nicht unbedingt niederen Instinkte. Ich kann es aus Fürsorglichkeit tun aber natürlich auch um Macht über jemand zu erhalten oder beizubehalten. Diktaturen müssen kontrollieren nur so können sie bestehen.

 

Im Lauf unsere Sozialisation werden wir von den Eltern, den Lehrer, den Gemeinschaften denen wir angehören Kontrolliert – nicht immer in böser Absicht, manchmal um zu dazu zu bewegen uns selbst kontrollieren zu können.

 

Kommentare: 1 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Jürgen Krzistetzko (Mittwoch, 18 Juli 2012 10:31)

    Ich habe heute im Internet einen Interessanten Artikel auf Spiegel Online gefunden. Ich zitiere:

    „Alkoholentzug: Wie die Tröpfchen-Therapie Trinkern hilft
    18.07.2012, 09:23 Uhr | Jana Hauschild für Spiegel Online“

    „Mehr als eine Million Deutsche sind alkoholabhängig. Aber nicht einmal jeder zwölfte Betroffene beginnt eine Therapie. Dabei könnte ein umstrittener Ansatz sie retten: Süchtige sollen lernen, kontrolliert zu trinken.“

    „Abstinenz und Konsumreduktion verzeichnen ähnliche Therapieergebnisse: Beide Behandlungsansätze reduzieren gleichermaßen die Abhängigkeitssymptome, zeigen Studien. Kontrollierte Trinker kommen ähnlich viele Tage ohne Alkohol aus wie Menschen, deren Therapie-Ziel die Abstinenz war. Abstinenzler erleben ebenso häufig Trinkabstürze wie die Kontrollierer.“