Sag mir, wo die Blumen sind.

Wer kennt von den über 50jährigen nicht diese Textzeile? Wer von denen hört dann nicht unmittelbar die unverkennbare Stimme von Marlene Dietrich zwischen seinen Ohren erklingen?

„Sag mir, wo die Blumen sind.

Wo sind sie geblieben?

Sag mir, wo die Blumen sind.

Was ist geschehn?

Sag mir, wo die Blumen sind.

Mädchen pflückten sie geschwind.

Wann wird man je verstehn?

Wann wird man je verstehn?“

 

Ein kleiner Auszug des Liedtextes

 

Nichts verbinde ich mehr mit ihrer Person, als dieses Antikriegslied, das von Peter Seeger (US-Songwriter 1955 ) komponiert wurde.

 

Aus Wikipedia erfahren wir:

 

„Der deutsche Text stammt von dem Liedtexter Max Colpet. Vorlage diente ihm neben Seegers/Hickersons Originaltext das Gedicht Nach einem alten Lied (Sagt wo sind die Veilchen hin) von Johann Georg Jacobi aus dem Jahr 1782. Die deutsche Version wurde erstmals 1962 von Marlene Dietrich aufgeführt, die das Lied auch auf Englisch und Französisch sang und maßgeblich zum Welterfolg des Titels beitrug.“

 

Noch immer berührt dieses Lied zu tiefst meine Seele, lässt mich wieder an meine kindlichen Ängste, Ideale und Hoffnungen erinnern.

 

Marlene Dietrich (eigentlich Marie Magdalene Dietrich) wurde 27.12.1901 in Schöneberg (heute Berlin ) geboren und verstarb 6.5.1992 in Paris. Und zwischen den Daten lag ein bewegtes Leben.

Der "Blaue Engel"

 

war der Startschuß. Damals 1930 begann ihr Stern aufzusteigen auch wenn sie selbst diesen erst mit ihrem Film Marokko, an der Seite von Gary Cooper  in Amerika, aufgehen sah. Ihre Stimme war tief mit einer rauchig-erotischen Klangfarbe. Ihr Erscheinungsbild war androgyn. Durch sie wurden die Hosenanzüge für die Frauen in den 30ern salonfähig. Das sie 1939 die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm und dann auch noch im Krieg amerikanische Truppen betreute, nahmen ihr viele in Deutschland als „Vaterlandsverrat“ übel. Und so gab es hierzulande sogar noch 1996 eine Kontroverse um die Benennung eines Straßennamen nach ihr. Erst 10 Jahre nach ihrem Tode, wurde sie zur Ehrenbürgerin Berlins posthum ernannt.

  

Marlene - Filmschauspielerin, Sängerin, Weltstar, Diva, Stilikone, ausgezeichnet durch ihr mutiges Wesen. Es gibt viel zu erzählen. und manchmal erzählte sie selbst, z. B. Maximilian Schell  im Interview, dass zum Teil im Spiegel abgedruckt wurde.

 

   

"SCHELL: Das Weggehen war ein mutiger Entschluß.

 

MARLENE DIETRICH: Nee, mein Herz, die Sache war, den Krieg so schnell zu Ende zu führen wie möglich. Wir verstanden doch von Politik nichts, aber natürlich waren wir Anti-Nazi. Also, das natürlich, ja. Wir wußten doch von den Konzentrationslagern, von den vergasten Kindern und allem. Und da ist es ja sehr leicht, sich zu entscheiden. Wenn jemand Ihnen sagt, da, da töten die da die Kinder, Hunderttausende von Menschen: Braucht das einen großen Mut, sich zu entscheiden, welche Seite man nimmt? Nein.“

 

 

hier der Link zur Veröffentlichung im Spiegel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13510200.html

 

 Und zuletzt ein Zitat von Ihr

 

„Die meisten Frauen setzen alles daran, einen Mann zu ändern und wenn sie ihn dann geändert haben, mögen sie ihn nicht mehr.“

 

 

Alles weitere über Marlene Dietrich erfuhren die Teilnehmer bei der heutigen Abendveranstaltung.

Wann wird man Marlene je verstehn?

 

Nicht nur biografisch auch spirituell näherten wir uns Marlene. In den letzten 5 Tagen kam wir ihrer Seele näher. Zuerst musste ich mich durch einen Wust an Einsamkeit quälen bevor sich die Schleier lichteten. Das daraus resultierende heutige Gruppenthema war für mich trotzdem überraschend obwohl es einleuchtend war. Vielen Dank Marlene.

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Kommentare: 8
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