Lebenslanges Lernen?

In den 70ern kam, soweit ich mich recht erinnere, der Begriff vom „lebenslangen Lernen“ ins gesellschaftspolitische Spiel. Obwohl ich sehr lernwillig war empfand ich damals ein leichtes Unbehagen bei dieser Vorstellung. Es ist eine Binsenweisheit, dass der Mensch nicht auslernt. Doch das war auch nicht mit der Idee des „lebenslangen Lernen“ gemeint.

Der damalige Zeitgeist hat recht behalten. Keiner kann es sich leisten, außer er hat genügend Geld, in der Jugend oder im Alter, geistig abzubauen und lernunfähig zu werden. Das gilt heutzutage vielmehr als noch vor vierzig Jahren.  

Die Welt ist immer komplexer geworden und es absehbar das es so bleiben wird. Wir sind permanent aufgefordert mit dieser Welt geistig zu wachsen. Wer es nicht will oder kann bleibt privat und gesellschaftlich zurück. Wer auch noch das Pech besitzt zusätzlich im Alter geistig zu erkranken, bleibt für immer und ewig auf Andere angewiesen. Die Menschen werden immer älter. Doch Älterwerden fordert seinen Tribut - körperlich und geistig: Das Damoklesschwert der Demenz – wer rettet uns davor? 

Trotz eines starkem Lernwillens und erworbener guter Lernfähigkeit, dass Unbehagen über das lebenslange Lernen bist mir bis heute geblieben. Hinter nachfolgendem Link verbirgt sich eine lesenswertes Essay mit dem Thema: „Das Zeitalter des permanent unfertigen Menschen: Lebenslanges Lernen nonstop?“

 

http://www.bpb.de/apuz/26058/das-zeitalter-des-permanent-unfertigen-menschen-lebenslanges-lernen-nonstop?p=all 

  

Ich zitiere eine kleine Passage des Essays:


„Vor 50 Jahren pensioniert zu werden war qualitativ etwas anderes als heute.  Es waren deutlich weniger, die diese Lebensphase erreichten, und die Zeit im Ruhestand war damals kürzer, wie auch der normative gesellschaftliche Druck geringer war, aus dieser Lebensphase etwas Produktives zu machen. Der heutige Ruheständler ist damit konfrontiert, diese Lebensphase mit Sinn und Neuem anzufüllen. Auch im Ruhestand gilt es also, nicht nur zu sein, sondern auch weiterhin zu werden. Vor allem im Übergang zwischen diesen Etappen liegen Quellen der Unfertigkeit und neuer Sinnkrisen. Selbst vor und auf dem Sterbebett gilt es, sich adaptiv und lernfähig zu verhalten.“

Und nun stellt sich die Frage: Wie bleibt man geistig fit? Wie kann man die Anforderungen erfüllen?

Auf gesellschaftspolitischer Ebene wurden Programme angestoßen, um uns im lebenslangen Lernen zu unterstützen und uns diese Vorstellung schmackhaft zu machen? Nachfolgender Link gibt einen Einblick.

 

http://www.lebenslanges-lernen.eu/

 

Von Sudoku bis hin zur Erwachsenenbildung. Unsere Gesellschaft bietet viele Möglichkeiten um neues zu lernen, gelerntes zu vertiefen uns allgemein geistig fit zu halten. Und Brainfood soll die Kapazität unsere grauen Zellen erhöhen. 

 

Gehirnjogging ist das Gebot der Stunde!

 

Manche Menschen betrachten heute ihr Gehirn als eine Art von Muskel, den es zu trainieren gilt. Ist diese Analogie von Muskel und Gehirn zutreffend?

 

Durch die Computer erhofften wir uns bislang wahre wohltätige Stimulans fürs Gehirn. Lust zu spielen und ihre Intelligenz zu fördern? Dann klicken Sie auf nachfolgenden Link.

 

http://www.neuronation.de/

 

Kaum gewöhnen wir uns an das computerunterstützte Lernen und anderer Annehmlichkeiten . Wird gewarnt vor der digitalen Demenz. Der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer, beschreibt in seinem Buch „Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen“ die Gefahren, wenn wir unsere geistige Arbeit nicht mehr mit dem Kopf machen sondern von von Computern, Smartphones, Organizern und Navis erledigen lassen.  

Wahlmöglichkeiten

 

Unser Gehirn entwickelt sich indem wir es gebrauchen und wie wir es zu gebrauchen lernen. Es richtet sich sozusagen nach unseren Vorgaben. Wohin führt Sie ihre Motivation. Womit beschäftigen sie sich am liebsten? Interesse, Neugier, das sind Garanten persönlicher Entwicklung. Teilhaben wollen und offen sein gegenüber dem Neuen und den Andersartigen - wurde dieses in unsere Wiege gelegt oder beigebracht? Wer erlaubt uns Visionen? Abneigung und Zuneigung geben doch klare Hinweise für persönliche Entwicklungsmöglichkeiten. Solange sie Ziele anstreben, leben sie noch. Was also gilt es zu tun?

 

Mens sana in corpore sano ( „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“) ist der Schlachtruf jener , die die körperliche Fitness als Vorrausetzung für sinnvolle neuronale Tätigkeiten ansehen. Dieser bekannte Sinnspruch, so habe ich erst kürzlich erfahren, stammt vom römischen Dichter Juvenal und wurde sinnentstellend verkürzt. „Beten sollte man darum, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist sei.“ Und dieses hört sich schon ganz anders an. Bespötteln "wir Unsportlichen" also ruhig weiter die Adepten des Fitnesswahns durch die Jahrtausende der Kulturgeschichte körperlicher Ertüchtigung.

 

Ersetzen wir dagegen das Sportliche einfach durch die Bewegung kommt Licht ins Dunkle unserer Intelligenzentwicklung.

 

http://www.verkehrswacht-medien-service.de/motorik_kiga.html

 

Und wie sieht es im  Alter aus?

 

http://www.welt.de/print-welt/article662488/Im-Alter-schwindet-die-Intelligenz.html

 

Eine kostenfreie Methode persönlicher Entwicklung ist das Nachdenken, das Überdenken (P.S. Denken hilft“) Eine wundersame Strategie um uns geistig weiterzubringen. Nachdenken kann man auch beim Autofahren, ohne die Verkehrsübersicht zu verlieren. Es ist viel besser, als dort mit dem Handy zu telefonieren.

 

Außerdem müssen wir nur die Augen offenhalten um die notwendige äußere Impulse zu erhalten. Fahren wir zu dieser Zeit in Dortmund die B1 entlang, finden wir dort am Mittelstreifen viele Wahlplakate, die uns an unser gutes Recht erinnern an der nächsten Kommunalwahl teilzunehmen oder lieber einen Ausflug zu machen.

 

„Mach es noch einmal Dortmund“, ruft uns eins im solidarischen Rot gehaltenes Plakat zu. Was soll es uns mitteilen? Ist der Verfasser ein Woody Allen Fan? Sollen der BVB erneut Meister werden? Der Sinn bleibt kryptisch verborgen. Bevor das Gehirn zu einer abschließenden Meinung kommen kann kommt auch schon das nächste Plakat in Sicht. Ich mag Pinocchio nicht - auch nicht auf Plakaten. Geht es hier um die Umweltverträglichkeit von Haushaltslügen und deren Recycling? Trotz Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkung fahre ich einfach zu schnell für sorgfältige Analysen angebotener Wahlinhalte, gebe es dort welche zu erspähen. Auf den Nebenstraßen sind die Plakate kleiner, dafür noch häufiger. „Lieber Wahlen statt neuer Schulden“, zieht an mir vorbei. Kleinlich der, der über Wahlkampfkosten sinniert. Witzig finde ich, dass die „Solide Arbeit für Dortmund“ humorvoll durch ein „Mehr als nur solide“  mit freundlichem, plakativen Team-Gewinnerlächeln, gekonnt gekontert wurde.

 

Dortmund soll neu wählen, denn die alte Wahl wurde für ungültig erklärt. Und die wenigsten Dortmunder haben bislang wirklich große Lust dazu.  Auf wessen Grundlage soll der mündige Wähler seine Wahlentscheidung treffen. Aufgrund der Wahlplakate, die sich wie „steter Tropfen höhlt den Stein“ ins Unterbewusste hineinfressen?

  

Wer, wieso, weshalb, warum, … sich und anderen Fragen stellen. Über die Antworten nachdenken, die Perspektiven der Anderen kennenleren und verstehen lernen. All dies  hilft - auch in diesem Fall. Schließlich geht man in eine Wahlkabine und nicht zum Lotto.  

 

Nachdenken, sinnvolle Fragen stellen, Gegebenheiten spielerisch überzeichnen, Gegenpositionen einnehmen können, sich von sich selbst distanzieren, Standpunkte wechseln können, Kompromisse schließen können, sich Dinge erarbeiten wollen, Selbstmotivation, Schlussfolgern, planen können, Visionen kreieren, zu hören können, neugierig sein, verschiedene Dinge verknüpfen und in Bezug bringen, …..   ein lebenslanges Lernen erfordert viele (Teil-)Fähigkeiten erwerben, zu fördern und auch erhalten zu können. Nachfolgender Link klärt die Frage der Schlüsselkompetenzen: 

 

http://europa.eu/legislation_summaries/education_training_youth/lifelong_learning/c11090_de.htm

 

Wir kommen nicht umhin anzuerkennen, dass unser Leben ein „lebenslanges Lernen“ erfordert. Jeder sollte etwas tun um den Anforderungen gerecht werden zu können. Wir haben die Wahl, das Beste daraus zu machen.

 

 Wie man das Thema sonst noch interpretieren kann zeigt nachfolgender Link:

 

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/student-im-108-semester-lebenslanges-lernen-a-784016.html

 

Ich bin seit über 20 Jahren bin ich in der Erwachsenbildung tätig. In meinem Angebot an Ausbildungen und Coachings – nimmt die Thematik „besseres Lernen“ auch ihren festen Platz ein. Sei es als eine Vertiefungsrichtung von Morgana´s Stern (-> spirituelle Lernberatung/Lernförderung) oder implizit/explizit bei anderen unseren Veranstaltungen. Das Thema des Alters und dem älter werden, hatte ich noch keine explizite Aufmerksamkeit gewidmet. Eine Seminarreihe über "das Älter werden und seine Möglichkeiten" ist in Vorbereitung. 

 

Schamanismus und das lebenslange Lernen

 

Wer dazu berufen wurde einen schamanischen Lebensweg zu gehen, wird nie aufhören neue (spirituelle) Erfahrungen in sein Leben integrieren zu müssen. Man bleibt auch als Schamane lebenslang ein Lehrling der „Geistigen Welt“ und muss sie doch zu meistern wissen. Trotz alledem gibt es ein Grundrepertoire an zu erwerbenden Fähigkeiten und Kompetenzen, die einem (nach einer Lehrzeit) sagen: „Jetzt bist du ein Schamane geworden, handle danach“. Nicht jeder der eine schamanische Ausbildung beginnt soll und wird als Schamane (für die Geistige Welt) wirken, man darf diesen Weg auch nur für die persönliche Entwicklung gehen. Auch wenn das nur jetzt grade gelesen wie eine egoistische Einschränkung wirken mag. So ist es nicht. Jede schamanische Persönlichkeitsförderung geht über das Persönliche hinaus und wendet sich dem Anderen zu. Wenn wir nicht anfangen uns nicht nur um uns selbst sondern auch um die Welt zu kümmern, geht letztere und damit wir selbst baden.

 

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