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Yves Klein und das Blaue

Mögen sie es einfarbig?

Der Künstler Yves Klein (1928-1962) schon. Er war fasziniert vom „Blauen“ und entwickelte einen Blauton, den er sich als das „international Klein Blau“ patentieren ließ. Wer war dieser Künstler? Was hat ihn bewegt? An diesem gestrigen Abend in dem Atelier von Filzfrieda näherten wir uns ihm, seinem Leben, seiner Kunst und seiner Liebe zum monochromen. 

 

Wenn Kunst und Künstler unsere Seele und Geist berühren so beginnt sich unsere Persönlichkeit zu entfalten. Ulrike brachte uns im ersten Teil des Abends das Leben des Künstlers und das was ihn Antrieb nah.

 

Yves Klein (1928-1962) wuchs in einer Künstlerfamilie eigentlich Grund genug etwas anderes im Leben zu versuchen. Doch schon mit 18 schuf er sein erstes großes unendliches immaterielles und monochromes Gemälde: Er signierte nicht nur den Himmel - er nahm ihn in Besitz. Angesichts der Tatsache das heute schon Grundstücke auf dem Mond verkauft und über Schürfrechte im Weltall verhandelt werden. Hat Kleins jugendliche Piraterie nie ihren unschuldigen Charme verloren.

 

Durch Ulrikes Vortrag erfuhren wir nicht nur die Eckdaten seines Lebens (Geburt, Familie, Freunde, Förderer, Ausstellungen, Ehe und Tod) sie öffnete uns vielmehr den Blick für seine spirituelle, künstlerische und philosophische Weltsicht und lies uns letztendlich auch seine Seele spüren.

 

Im zweiten Teil des Abends, der von mir gestaltet wurde, ging es um die persönliche Entwicklung der Teilnehmer und das Yves Klein Blau. 

 

Den alten Römern galt das Blau, noch als eine Farbe der Barbaren. Weiß-Rot-Schwarz, die Farben der dreifachen Göttin, bestimmten die damalige europäische Welt der Farben. Der Siegeszug des Blaus zu einer wahrhaft königlichen Farbe begann erst im Mittelalter, das Blau verdrängte nach und nach das Rot aus den Wappenschilden. Das Azurblau des Königs von Frankreich breitete sich im 13. Jahrhundert in der christlichen Welt aus, die Blaufärber verdrängten die Rotfärber, Jungfrau Maria die Mutter Gottes wurde ikonisch Blau eingekleidet, ... Heutzutage ist das Blau allgegenwärtig und sehr beliebt. Man denke nur an die Blue Jeans und der Tatsache das Männer schon als Baby blau sind.

 

Preußisch Blau, Azurblau, Hellblau, Kobaltblau, Vermeer Blau, Graublau, Nachtblau,  Ultramarin, Marineblau, ... Blau hat viele Schattierungen. Und jedes Blau wirkt anders auf Körper, Geist und Seele ein.

 

Was macht das Yves Klein Blau zu einem besonderen Blau? Es ist ein Blau mit einer strahlender Kraft das es uns ins monochrome bildliche hin zu ziehen vermag. 

 

Auf zwei Seelenreisen erkundeten wir gestern unser aktuelles persönliches Verhältnis zum Blauen und legten fest in welcher Form das IKB und Yves Klein Bilder uns bei der Entwicklung helfen? 

 

Ich bin gespannt auf die Rückmeldungen zu diesem Abend.

Jürgen Krzistetzko 

 

Dieser Workshop beruht auf Ulrikes spiritueller Biographiearbeit und dem Ausbildungsgang: "die Kraft der Bilder", bei den die Schüler lernen Bilder von einem spirituellen Standpunkt aus wahrzunehmen. Dadurch verändert sich nicht nur die gewohnte Sichtweise von Bildern,  die Schüler lernen mit diesen spirituellen Energien ihr Leben positiv zu beeinflussen.   

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Kommentare: 3
  • #1

    Dany (Donnerstag, 15 Februar 2018 20:15)

    Jetzt bin ich noch trauriger, das ich gestern Abend nicht teilnehmen konnte, aber leider hat mich meine Grippe schon seit 14 Tagen im Griff. Ich hoffe , dass es nochmal statt findet , dann bin ich dabei.

  • #2

    Claudia (Freitag, 16 Februar 2018 11:41)

    Habe die Veranstaltung von Morgana Stern Yves Klein besucht! Es ist wirklich so, dass ich Klein's Leben nach empfinden konnte und die Bilder mein Fühlen und Denken verändern! In der Hoffnung bei Lesern Interesse und Neugierde geweckt zu haben! Ich kann nur sagen, sehr empfehlenswert

  • #3

    Anja (Sonntag, 18 Februar 2018 16:19)

    Ins Blaue hinein – fahren, planen, denken… sagen wir heute und meinen: aufs Geratewohl, ohne Bestimmung, ohne Begrenzung. Oder: Blau machen. Sich der Regeln, der Struktur entziehen. Yves Klein hat Blau gemacht – und zwar sein eigenes. Es sich sogar als IKB – International Klein-Blau patentieren lassen, nachdem er schon als 18-Jähriger seine Signatur in den Himmel ge- und damit sein künstlerisches Genie beschrieben hatte. Sein eigenes Blau ist von solcher Intensität und Strahlkraft, dass es pure Einladung ist zum Eintauchen, sich Fallenlassen, sich Verlieren. Es ist Alles im Nichts – ein ganzes Universum hinter dem Pinselstrich. Trotzdem: Dieser Farbrausch ist kein abgründiger – er hat Weite und, auch auf Fläche gemalt, er hat ungeahnte Tiefe, eröffnet einen neuen Raum, einen Raum allerdings ohne Grundriss. Yves Klein hat nur Blau ins Blaue gemalt. Ohne Punkt, ohne Komma, ohne Strich. Nichts Gegenständliches gibt in seinen monochromen Werken Auge oder Gedanken die Chance, sich festzuhalten, einzuordnen, abzulenken von der Reinheit, der Größe dieser einen Farbe. Le Vide, die Leere. Denn erst befreit von allem Begrenzenden kann sich Geist entfalten und die Seele fliegen. – Ihr seht, Ulrike und Jürgen, dieser blaue Abend mit euch hat mich intensiv beschäftigt. Und noch ein kleiner Hinweis: In den Zwischenraum Ateliers, ganz in der Nähe von Filzfriedas Laden, feiern zurzeit 16 Künstler/innen das Zehnjährige mit …. Blau!