· 

Kinesiologie

 

Jürgen Krzistetzko
Jürgen Krzistetzko

"Mitte der 80er las ich das Buch: "Der Körper lügt nicht" von John Diamond und probierte an Freunden den im Buch beschriebenen Muskeltest. Ich war sofort von der Methode begeistert und überzeugt, so dass ich mich dazu entschloss kinesiologische Kurse am IAK Freiburg zu besuchen. Die Kinesiologie wurde zu einer Leidenschaft die dazu führte Jahre später das Projekt: Kinesiologie & Bewusstheit in Angriff nahm und mich als freiberuflicher Seminarleiter und Coach selbständig machte. Die kinesiologische Arbeitsweise  wurde Ende der 90er durch die mediale Arbeit abgelöst."

Kinesiologie

 

Kinesiologie ist ein Begriff, der seit den 90ern häufig in Gesundheitsratgebern erwähnt wurde. Inzwischen sind zahlreichen Publikationen zu diesem Thema entstanden.Was verbirgt sich hinter dem Begriff? Glaubt man dem Duden, so die Kinesiologie die Wissenschaft der physiologischen Reflexentwicklung.  Damit ist nicht nur der Laie verwirrt.

 

Fragt man einen Kinesiologen, wird er im allgemeinen handgreiflich, nicht in böser Absicht, sondern um etwas zu demonstrieren: den Muskeltest. Der Frager (Getestete) soll erspüren, was passiert, wenn seine Muskulatur beansprucht wird, und wie unterschiedlich seine Reflexe sind, wenn er an etwas Schönes oder aber an Fürchterliches denkt oder es gar fühlt. Und im allgemeinen wird es bemerkt. “Heh , Du drückst ja stärker auf meinen Arm”, mag man noch als Einwand auf der Zunge haben, doch wie kommt es, dass ein schwacher Muskel stark wird? Spätestens dann fangen die grauen Zellen an, nach neuen Erklärungen für dieses Phänomen zu suchen.

 

Doch damit haben wir nur eine Komponente der Kinesiologie aus der sich jedoch durch Adaption anderer Wissenszweige eine eigene Wissenschaft entwickelt hat. Die traditionelle chinesische Medizin, die Psychologie, Ernährungswissenschaften, die Chiropraktik, die Osteopathie, die Neurowissenschaften sind nur einige Disziplinen, die die Kinesiologen für sich nutzen lernten. Doch der Muskeltest ist und bleibt der Kern aller kinesiologischen Verfahren:

 

Der Muskeltest besteht darin, dass der Tester einen (zum Beispiel mit der Armbewegung verbundenen) Muskel in seiner Streckrichtung drückt, wobei die Testperson einfach dagegen hält. Es ist ein gegenseitiges Erspüren der Reaktion; kein Kampf, wer ist der Stärkere. Getestet werden können alle Muskeln, sei es der Supraspinatus, der Deltoidieus, der Serratus anterior, selbst die Rotatoren der Wirbelsäule, letztere jedoch nur indirekt durch Surrogate.

 

Für die, die in Anatomie nicht so aufgepasst haben, ein Trost; das erfolgreiche Testen setzt kein Studium voraus, eine der schönen Seiten der Kinesiologie. Testen erlernt auch ein therapeutischer Laie, Einfühlungsvermögen vorausgesetzt!

 

Nun zur Erklärung: Wie kommt das? So richtig kann es keiner erklären. Bewegung ist ein sehr komplexer Vorgang, so kompliziert, dass  der kleinste Stress sofort erfahrbar wird. Man muss nur darauf achten. Kinesiologen benutzen den Muskeltest als Biofeedback-Methode um Auskunft über den Körper zu erhalten.

 

Der “Körper lügt nicht” ist das Credo der Kinesiologen, zumindest weniger als unsere ego-behaftete Geist-Seele, die uns z.B. einredet. dass wir nicht auf unsere Lieblingsspeise allergisch reagieren. Schließlich wissen wir doch, was wir wollen! Doch im allgemeinen wissen wir nicht, was unser Körper will, und so bietet sich die Kinesiologie scheinbar als gute Methode an, mehr Bewusstheit über unsere körperlichen, geistigen und seelischen Prozesse zu gewinnen -  per Biofeedback, von jedem leicht erlernbar. Von jedem erlernbar? Zu mindestens in der Theorie hört es sich gut an.

 

Das Feld. in dem sich die Kinesiologen bewegen, sind unsere köperlichen und geistig-seelischen Prozesse genauso gut wie unsere Umwelt. Kinesiologen finden verborgene Akupunkturpunkte, entdecken Erdstrahlen, identifizieren Nahrungsmittel, die unsere Reflexe behindern, versteckte Muskelschwächen, diagnostizieren Fehlstellungen des Beckens und entdecken reaktive Chakren sowie Löcher in der  Aura. Sie erkennen Gehirn-Dysbalancen genauso wie Lernblockaden oder fehlende Spiralenergie. Es ist ein weites Feld. Über das der Körper Auskunft gibt. Begrenzt wird das Feld nur durch den Befrager, weniger durch den Befragten. Sollte jemand jedoch nach den nächsten  Lottozahlen fragen? Nun ja, auch Kinesiologie hat ihre Grenzen, oder?

 

Die Ursprünge der Kinesiologie liegen im Amerika der 60er Jahre, als der Chiropraktiker Dr. GOOD-HEART die angewandte Kinesiologie entwickelte, Nach Deutschland kam sie 1980, als der Heilpraktiker A. SCHATZ in London, ”so die Legende”, über ein Buch fiel. Es war die englische Ausgabe des Touch for Healths Buchs von J.F. THIE. Seine Begeisterung und die seiner Freunde reichte aus, 1982 das Freiburger Institut für Angewandte Kinesiologie zu gründen, das sich in den 90ern zum größten Institut Europas entwickelt hat.

 

Ein reichhaltiges Kursangebot ermöglicht auch heute noch dem Interessierten, seinen speziellen Neigungen nachzugehen. Teilnehmer dieser Kurse sind Heilpraktiker, Physiotherapeuten, Chiropraktiker genauso gut wie Ärzte oder Informatiker oder Rechtsanwälte. Der Spaß an der Kinesiologie und deren Nutzen für ihr Leben verbindet sie. Abschlüsse als Instructor für Touch for Health, BrainGym oder Three in One, die dazu berechtigen, offizielle Kurse zu geben, sind in Freiburg zu erlangen. Damit wurde eine weitere Verbreitung der Kinesiologie in Deutschland möglich.

 

THIES Touch for Health, damit fing dann alles für mich Ende der 80er persönlich an. Das aus diesem Interesse sich ein neuer Beruf für mich entwickeln würde war für mich damals noch nicht absehbar. Kurs reihte sich von da an an Kurs. Das Professional Health Provider Programm der DEWES, SCOTTS Health Kinesiologie, DIAMONDS Behavioral Kinesiologie, UTTS Applied Kinesiologie, das Three in One - Konzept von STOKES™, DENNISONS Brain-Gym, TOPPINGS Stress-Release, MAHONYS Hyperton-X, ROCHLITZ Human Ecology Balancing Science sind nur eine Auswahl wirksamer kinesiologischer Systeme, die ich selber in den 90ern (mehr oder weniger vertieft) kennen gelernt habe.

 

Irgendwann zwischen den vielen Kursen begann ich mit dem persönlichen Projekt: “Kinesiologie und Bewusstheit”,das mich später auch zu meiner Selbständigkeit als “Coach und Seminarleiter für Kinesiologie” führte. Der Name war angelehnt an das bekannte Feldenkrais Thema. “Bewusstheit durch Bewegung”. Eine kinesiologische Arbeit soll positive Veränderungen hervorbringen. Das System Körper, Geist und Seele (mit seinen Interaktionsmöglichkeiten) soll im Sinne einer “ganzheitlichen Entwicklung” positiv stimuliert werden.

 

Mein Interesse lag bei der Lehre einer Methode und bei den Möglichkeiten eine persönliche Entwicklung Einzelner zu ermöglichen bzw.  zu unterstützen. Mir diente die Kinesiologie als Coaching-Instrument und als Basis für die Lehre. Zuerst gab ich bei öffentlichen Trägern verschiedenen Volkshochschulen Kurse über: Klopfakupressur für Phobien, die kinesiologische Allergieerkennung, Techniken des Stress-Release, Gesund durch Berühren,.., danach bei privaten Gesundheitsorganisationen.

 

Das Hauptangebot an kinesiologischen Kursen lag Anfang der 90er eindeutig im süddeutschen Raum. Das Ruhrgebiet war dagegen, als ich 1991 mit dem Projekt “Kinesiologie & Bewusstheit” in Dortmund begann, noch als eine kinesiologische Diaspora anzusehen. Die Nachfrage an diesem Angebot damals leider noch nicht so groß. Heute dagegen ist die Kinesiologie auch hier im Ruhrgebiet weit verbreitet.  

 

Die kinesiologischen Systeme selbst wachsen durch ihre Verbreitung und dem wachsenden Interesse der Anwender. Das Three in One Konzept von Dr. G. STOKES war ursprünglich auf Legasthenie-Behandlung ausgerichtet nach und nach integrierte es auch andere Thematiken (Suchtbehandlung, Inzestbewältigung, ...) Programme können jedoch auch aufeinander aufbauen so erweitert das Professional Health Provider Programm der Neuseeländer Bruce und Joan DEWE das TFH-Balancierungssystem.

 

Kinesiologie eignet sich hervorragend um unterschiedliche Wissenschaften, eigene Forschungen und weltweite Erfahrungen synergetisch zu verbinden. Der therapeutische Nutzen der Methoden steht im Vordergrund dieser Wissenschaft. Da der “Muskeltest” quasi diagnostisch erscheint, verwundert es nicht, wenn er auch so verwendet wird. Z. B. um

 

Überempfindlichkeiten zu erkennen.

 

Wasch- und Desinfektionsmittel, Farb- und Kleiderstoffe, Pollen oder Wasser, jeder vierte reagiert schon in den 90ern auf bestimmte Substanzen Überempfindlich. Allergie ist ein medizinischer Terminus, der eine eindeutig immunologische Antwort beschreibt: die Antigen-Antikörper-Reaktion auf eine nicht krankmachende Substanz. Diese Sichtweise beschränkt uns in der Wahrnehmung von Überempfindlichkeitsreaktionen. Kinesiologen (und nicht nur diese) zeigen, dass wir Überempfindlich auf Leuchtstofflampen, Mikrowellen, Computermonitore oder andere elektromagnetische Strahlen reagieren können. Diese Energie-Allergie passt nicht in das allgemeine wissenschaftliche Modell. Kinesiologen reden deshalb lieber von Überempfindlichkeiten als von Allergien. Im Rahmen von Überempfindlichkeitsreaktionen treten vielerlei Symptome auf: Müdigkeit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Migräne, Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, Geschwüre, Depression, Ängstlichkeit, Hitzewallungen, Dyslexie, Morgenübelkeit, Herzjagen, Paranoia, Über- und Untergewicht oder ein schlechter Geschmack im Mund. Die Symptome sind derart vielgestaltig, dass sie weder der Betroffene noch der Heilpraktiker oder Arzt sofort in den Zusammenhang mit einer Überempfindlichkeit bringt. Und wenn doch, dann geht die Suche los. Auf welche Substanz reagiert der Körper?

 

Bringen wir eine Substanz (Nahrungsmittel, Pollen, Stoffe...) in die Nähe unseres Körpers, verändert sich der Muskeltest bei Überempfindlichkeit. Ein vorher als stark getesteter Muskel erweist sich nun als schwach. Warum ist dies so? Hypothetisch funktioniert das folgendermaßen : Jede Substanz besitzt ein eigenes elektromagnetisches Feld, das mit dem Feld des Körpers, insbesondere der Meridiane, interagiert, wenn man die Substanz auf den Körper oder bis zu fünf Zentimeter entfernt hält. Harmonisieren beide Felder, so bleibt der Testmuskel stark, ansonsten wird er schwach! Es kommt zu einer energetischen Imbalance. Doch wie Überall keine Regel ohne Ausnahme: Die Substanz kann uns derart belasten, dass unser ganzes System umgekehrt wird. Dann bleibt der Muskel stark. In diesem umgekehrten Zustand testet dann der Klient auf seine Aussagen “ich möchte gesund sein” schwach und “ich möchte krank sein” stark. Bei Umkehr ist der Betroffene unbewusst mehr dazu bereit, sich zu schaden als zu nützen.

 

Um feiner zu testen, entstanden diverse Testsysteme: Dr. J. SCOTT berührt beim Test zusätzlich Akupunkturpunkte, während die Substanz auf der Testzone liegt. Er unterscheidet dadurch zwischen Alergien und Toleranzproblemen. S. ROCHLITZ benutzt mehrere Testzonen, um den Bereich der Reaktionen einzugrenzen. Beim ursprünglichen Touch for Health Test wurde die Substanz   unter die Zunge gebracht, was bei   stark allergischen Reaktionen problematisch ist. Heute wird deshalb zuerst die Substanz gegen die Ohrspeicheldrüse getestet bei gleichzeitigem Berühren des Querfortsatzes des C1 (Atlas). Doch auch außerhalb des Körpers gilt zur Vorsicht die Regel, eine Substanz nie länger als zehn Sekunden am Körper zu halten. Mit den Fingermodes der DEWES lassen sich Überempfindlichkeiten nachweisen und kategorisieren als emotionale, die persönliche Ökologie betreffende oder als strukturelle Allergie. Strukturelle Allergien lassen sich auch durch die Vollsche Elektro-Akupunktur nachweisen.

 

Ist man mit einem der Testsysteme vertraut, so kann man direkt vor  Ort beim Einkaufen die individuelle Verträglichkeit von Haarwaschmitteln, Nagellack, Desinfektionsmitteln oder Obst Überprüfen. Der Heilpraktiker kann durch den kinesiologischen Muskeltest leicht die schädliche Substanz ermitteln. Und, dies ist eine weiterer Vorteil, dem Patienten wird die schwächende Wirkung der Substanz bewusst. Ein weiteres Anwendungsgebiet liegt in der Zahnmedizin. In manchen Zahnarztpraxen werden schon Füllmaterialien und Betäubungsmittel auf die individuelle Verträglichkeit getestet. Amalgam oder nicht ist hier nicht die Frage, der Körper kennt die Antwort.

 

Ist der Muskeltest wirklich so einfach erlernbar, wie in den Büchern und von vielen Kinesiologen behauptet?  

 

Die Praxis beweist oft das Gegenteil. Nicht jeder besitzt oder entwickelt sofort ein Feingefühl für die Methode.  Testen ist nicht gleich Testen, wie immer im Leben macht auch hier Übung den Meister. Selbst Profis wie Dr. Jimmy SCOTT (Health Kinesiologie) oder Dr. John DIAMOND (Behaviorale Kinesiologie) haben nach über einer Million Muskeltests Tage oder Klienten, an denen es nicht läuft. Nicht jeder ist gut testbar. Switching, blocking, Dehydration, lonisationsprobleme, Muskelschwächen und ähnliches können auftreten und müssen behoben werden, sonst sind die Testergebnisse Makulatur. Die Fähigkeit, klare Fragen zu stellen und mit den Antworten umzugehen muss entwickelt werden. Kinesiologie ist in erster Hinsicht Kommunikation, und wie bei jeder Kommunikation sind auch hier Missverständnisse unliebsame Taufpaten. Ein guter Kinesiologe  wird man nur durch die Erfahrung und das Wissen über das Fachgebiet. Doch alles steht und fällt mit dem Credo:  

 

Der Körper lügt nicht

 

Dass dieses kinesiologische Credo nicht so einfach aufrecht zuhalten gilt, zeigen die Bemühungen der Kinesiologen den Muskel-Feedback “sicherer zu machen”. Ein besonderen   Weg, um Licht in die “Grauzonen der Testergebnisse” zu bringen, verfolgt dabei Richard Utt. Er entwickelte das 7 Elemente Muskel-Monitoring. Richard Utt ist Gründer und Leiter des Internationalen Institutes für Angewandte Physiologie in Tucson, Arizona. Vor Jahren in auswegloser gesundheitlicher Situation durch die Methoden der Angwandten Kinesiologie “gerettet”, entwickelte er anschließend in enger Zusammenarbeit mit Dr. Sheldon DEAL sein eigenes kinesiologsches System: die “Angewandte Physiologie”.

 

Er bezieht in die Muskelbewertung das Zusammenspiel von Agonist und Antagonist sowie deren kontralateralen Gegenspieler ein. Das Testen jedes Muskels in 14 einzelnen Positionen erhöht die Bewertungsmöglichkeiten der Muskkulatur erheblich. Dadurch ist es möglich, sieben Stressstadien der Muskulatur zu unterscheiden:

Ein Testmuskel kann sich im Zustand der Über-, Unter- und der Nichtförderung befinden. Er kann sich weiterhin als über-, unter- und nicht gehemmt erweisen oder aber ich im  “Homeo-Sta-Stress” befinden. Letztere Stress-Stufe ist die des “ausbalancierten” Stresses, die Stufe, in der wir gut mit Stress umgehen können.

 

Beim einfachen kinesiologischen Muskeltest wird “nur” die  dem Muskel zugeordnete Meridian-Energie überprüft; durch Utts Arbeit der 14 einzelnen Muskelpositionen wird eine weitere Verbindung zu den zwölf Meridianen und den zwei Sondermeridianen (Zentral- und Gouverneurgefäß) hergestellt. Die Energie jedes Muskels durchläuft von der Kontraktion zur Extension und von der Extension zurück zur Kontraktion einen spezifischen Energiekreislauf, der alle 14 beteiligten Meridiane berührt. Mit jedem Test erhalten wir eine Aussage über die der Testposition zugeordnete Meridian-Energie, die sich auf die dem Muskel zugeordnete Meridianenergie bezieht - wir überprüfen damit Meridian-Energie-Kombinationen. Das “Energie-Hologramm[1]” zeigt diese Verbindung. Energetische Störungen lassen sich kinesiologisch jetzt viel schneller und genauer charakterisieren.

 

Da eine richtige Diagnose einer energetischen Störung der erste Schritt ist um energetische Veränderungen zu initiieren bietet die Kinesiologie ein Sammelsurium unterschiedlichster Interventionsmöglichkeiten an. Der Muskeltest selbst entscheidet über die Form der “energetischen Behandlung”.

  • aktivieren von Akupunktur-Punkten,
  • fluten von Meridianen,
  • stimulieren von Reflexzonen,  
  • Augen bewegen, 
  • imaginieren,
  • sich erinnern,  
  • Blütenessenzen verwenden,
  • Musik hören,
  • meditieren, 
  • Chakren ausgleichen
  • Mudras halten,
  • Wasser trinken,    
  • u.v.a.m.

Scheinbar kann alles irgendwie helfen. Dass die Kinesiologie funktioniert zeigt die Erfahrung,  weil wir:

 

über den Körper lernen

 

Nur ein starker Reflex ist ein guter Reflex. So gilt es als abgemacht. Dass ich ein Nahrungsmittel, das meine Reflexe lahmlegt, meiden sollte, ist einzusehen. Aber (hier lässt ein bisschen das Ego grüßen) ich kann meinen Köper dazu bringen, die begehrte Nahrung zu akzeptieren, symbiotische Energieumwandlung oder HEBS (Human Ecologie Balance System) nach Steve Rochelitz sind hier angesagt. Energiebalancen erinnern das Meridiansystem daran, wie es sein könnte. Stress-Release-Methoden beseitigen gegenwärtigen, vergangenen oder zukünftigen Stress. Zielbalancen lassen uns locker auf Ziele zugehen. Der Körper lernt (über das Energiesystem) und wir mit ihm. Auch wenn der Mind, dies mag überraschen, manchmal Wochen braucht, um dies zu realisieren. Kinesiologische Korrekturen sind oft recht einfach und beheben die Reflexeinschränkung. Ihre Wirksamkeit zeigt wiederum der Muskeltest. Die Arbeit bewirkt selbst ein:

 

Stress-Release

 

Stress ein Begriff, der zum Allgemeingut unserer Kultur geworden ist. Wir begegnen ihm nahezu überall, klassifiziert in Schul-, Beziehungs-, Arbeits-, Wochenend- oder gar Urlaubs-Stress. Stress ist ein alltägliches Phänomen geworden gesellschaftsfähig. Jeder weis: Stress ist gefährlich, krankmachend, aber auch süchtig machend. Hand auf´s  Herz, was wären wir ohne Stress?

 

Mit den Erkenntnissen über das Phänomen Stress kam der Wunsch nach mehr Stress-Stabilität um den Lebensanforderungen besser gewachsen zu sein. Yoga, Tai Chi, autogenes Training oder Meditation, alles Wege, um stressfreier und ausgeglichener zu werden, erfreuen sich seit den 80ern eines regen Zulaufs. Der Muskeltest ist für den Kinesiologen ein Zugang zu einem körperlichen Feedback - Mechanismus, mit dessen Hilfe er Antworten auf spezielle Fragen bekommen kann, auch zum Thema Stress. Der Ausweg ist die Hilfe durch:

 

Kinesiologische Zielbalancen

 

Kinesiologie bietet somit die Chance, unsere Umwelt gezielt nach Stressoren abzusuchen. Stresst mich die Quarzuhr, die ich trage? Bekommen mir diese Tomaten? Beeinflusst mich das neu gekaufte Gemälde positiv? Kinesiologen beschränken sich jedoch im allgemeinen nicht auf das Finden von Stressoren, sondern versuchen, den Körper zu einem besseren Umgang mit den Stressoren zu bewegen - Zielbalancen sind hier das Thema.

 

Zielbalancen lassen uns stressfrei auf Ziele zugehen. Wie sieht dies aus? Wir haben viele Ziele (Wünsche), die wir nur unter Stress oder im Gegenteil vielleicht mit Stress nicht erreichen können. Die Vorstellung des Ziels und der Weg dorthin erzeugen Stress, der sich in den Muskelreflexen widerspiegelt. Kinesiologen stärken die abgeschaltete Muskulatur, so dass die Vorstellung nicht mehr nur zum Hemmschuh unseres Handelns wird. Wir werden dem Ziel gegenüber  freier. Vielleicht war nur der Stress das Interessante am Ziel? Wir können uns nun anderen Zielen zuwenden oder das Erreichte genießen.

 

Folgende Ziele können kinesiologisch angegangen werden: Vorträge angstfrei und ruhig zu halten, schlank werden, Magersucht überwinden, Tomaten besser vertragen, eine Beziehung beenden, das Rauchen aufgeben, leichter lernen, Migräne überwinden, tief und fest schlafen, weniger Süßigkeiten essen, sich freier bewegen, Nägelkauen einstellen, Zorn angstfrei ausdrücken, besser meditieren können, furchtlos auf Hunde zugehen...

Eine Fülle von Zielen, die den einzelnen unter Stress setzen können. Die Stress-Reduzierung besitzt eine positive Wirkung auf den Klienten.

 

Klient und Kinesiologe legen immer gemeinsam das Ziel fest und erforschen mögliche Einwände. Ein Beispiel aus der Praxis: Das Ziel eines Klienten “Mein Kopf ist klar und schmerzfrei” muss  um den Zusatz “und ich wehre mich aktiv” ergänzt werden. Sonst hätte der menschliche Bio-Computer das Ziel nicht (so willig) realisiert. Sabotage-Programme müssen identifiziert und eliminiert werden, bevor das Ziel angegangen werden kann.

 

Für die Zielbalance existieren unterschiedliche kinesiologische Verfahren. Ein Touch for Health er wird die Muskeln testen und auf das Ziel stabilisieren. Ein Professional Health Provider (PHP) fragt (per  Muskeltest) den Klienten ab, welche Schritte zum Ziel führen und unternimmt diese dann. Denn nicht der Kinesiologe weis, was zu tun ist, der Bio-Computer des Klienten besitzt das Wissen. Der Kinesiologe hat die kommunikative Fähigkeit, dieses Wissen zu erfragen und in die Praxis umzusetzen. Für den Klienten bewirkt dieser Vorgang ein besseres Verständnis seiner seelisch-geistigen Prozesse und deren Auswirkungen auf das Körperliche.

 

Bei der PHP-Balance wird nicht allein auf der Muskel/Meridian- Ebene gearbeitet, Andere Ebenen, wie z.B. die der persönlichen Ökologie (Vorsicht: Vielleicht erfordert ein Ziel sportliche, geistige oder spirituelle Betätigung), kommen hinzu. Sitzung für Sitzung wird an der Stress.Stabilität gearbeitet, solange bis keine negativen Emotionen den Weg zum Ziel begleiten und wir unsere Lebensenergie für die Verwirklichung des Zieles einsetzen können. Eine Balance hält im besten Fall für immer! In der Realität jedoch nur so lange, bis ein größerer Stressor auftritt oder die Summe diverser Stressoren, die auf uns einwirken, uns wieder aus der Balance wirft! Wir sind dynamische Wesen, die lernen und verlernen, und wir arbeiten immer wieder alte Probleme mit neuen Aspekten auf. So ist auch die kinesiologische Balance wie alles auf dieser Welt nur temporär. Jedoch wird von Balance zu Balance eine größere Stress-Stabilität erreicht. Balancen erinnern uns (Körper, Geist und Seele) daran, “wie es einmal war” und “wie es wieder sein könnte”.  Sie erhöhen unsere Lebensenergie und machen unseren Umgang mit dem Stress bewusster.

 

Coaching für die persönliche Entwicklung

 

Einer der Hauptgründe Anfang der 90er das Projekt “Kinesiologie & Bewusstheit” zu starten, lag in meinem Bedürfnis die persönliche Entwicklung von Menschen kinesiologisch  positiv zu unterstützen und zu begleiten.

 

Manche Menschen glauben , dass persönliche Entwicklung gleichbedeutend  mit einer intensiven seelisch-therapeutischen Aufarbeitung des eigenen Lebens einhergeht oder aber erst dadurch ermöglicht wird. Eine Sichtweise die  für ein natürliches Wachstum kontraproduktiv ist. Den die Motivation für Wachstum liegt im allgemeinen nicht in Krankheiten oder seelischen Defiziten. Meine Wachstums-Motivation gründet sich hauptsächlich in meiner Neugier. 

 

Eine spirituelle oder geistige  Lehre, gibt uns einen Bezugsrahmen für die eigene Entwicklung und ihre Möglichkeiten. Auch für die Beurteilung des Wachstums-Schrittes orientiert sich an dem dazugehörigen “Welt- und Menschenbild”. Ein seelisch-therapeutisches Konzept bezieht sich auf die verwundeten Aspekte des Seins. 

 

Die Arbeit als “Coach für Persönlichkeitsentwicklung” unterscheidet sich aber grundlegend durch unsere Intension von einer therapeutischen Arbeit. Seelische Therapien orientieren sich an dem Material, dass uns das Unbewusste vorgibt, und der wahrnehmbaren Diskrepanz zum Bewussten. Die therapeutische Intervention beabsichtigt die Aufhebung, Versöhnung oder Akzeptanz dieser Diskrepanz, um zu genesen. Wir müssen dazu: “das Unbewusste bewusst werden lassen”.

 

Das Unbewusste und auch das Seelische zeigt sich uns in unseren selbst gemalten Zeichnungen und Bildern, den Bildern, die wir mögen oder ablehnen, in der Musik die wir hören oder wie wir sprechen spiegelt uns wieder. Unsere ganze Lebensgestaltung spricht Bände über unsere Zuneigung und Abneigung, unseren Interessen und das, was uns gleichgültig ist. Hier zeigt sich uns unsere Seele.

 

Die Kinesiologie bietet uns über den Muskeltest diverse Möglichkeiten an dass Unbewusste bewusst zu machen und hilft uns somit ein neues Bewusstsein, eine neue Bewusstheit  über uns als Person zu erschaffen. Die therapeutische Ausrichtung und der Erfolg des Verfahrens hängt sehr stark von der persönlichen Reife  und den Absichten des Therapeuten ab. Seine Blickrichtung von dem, was ein Gesunder leisten muss und was eigentlich gesund ist, geht in diesen Prozess ein. Ob seine Blickrichtung angemessen ist, ist fraglich.

 

Als Coaching-Instrument greifen wir auch auf den Muskeltest und die entsprechenden Verfahren zurück, spüren unbewusstes auf und greifen unterstützend in die Mechanismen der Selbstregulation ein. Fördern Kompetenzen, setzen Ziele und begleiten.  Das übergreifende Konzept ist jedoch nicht auf die Thematik Heilung ( Krankheit - Unwohlsein - Gesundheit) sondern auf den Erwerb von Wachstumskompetenzen (Lernen - Fördern - Handeln) ausgerichtet. Es geht primär nicht um das Auflösen “energetischer Blockaden” es geht letztendlich um initiierte Lernprozesse und ihrer Unterstützung.

 

Meine eigene kinesiologischen Forschungen in den 90ern

 

Das faszinierende an der Kinesiologie war für mich seinerzeit die Möglichkeit mein persönliches Wissen kreativ in eine “kinesiologische Forschung”einzubeziehen. Therapeutische Interventionen durch NLP oder systemische Ansätze ließen sich  “per Muskeltest” validieren oder aber vorweg als nicht adäquat zurückweise.

 

Besonders die konfliktlösende Arbeit mit der “Inneren Familie” und deren “äußeren Protagonisten” wurde von mir erforscht. Ein konstruktivistisches Essay über “aktive und passive Negation” und die Bedeutung “verinnerlichte Gebote” wiesen mir damals den Weg zu einer kinesiologischen Balancierungs-Methode. Das damals erworben Wissen und die Erfahrungen wurden inzwischen in eine rein spirituelle Arbeitsweise übertragen.  

 

 

Meine Artikel über Kinesiologie im Verlag für Volksheilkunde:

  • Überempfindlichkeiten - einfach erkennen       VHK 1/93
  • Kinesiologie - eine Biofeedback-Methode          VHK 6/92
  • Das 7 Elemente- Muskel-Monitoring                    VHK 8/93