Lou Andreas-Salomé

Lou Andreas-Salomé

"Lou Andreas-Salomés oft gerühmte persönliche Ausstrahlung, ihre Bildung und intellektuelle Beweglichkeit, die Freundschaft mit namhaften Zeitgenossen und ihre unkonventionelle Lebensführung sicherten Lou Andreas-Salomé einen Platz in der deutschen Kulturgeschichte. Ihr Leben war und ist Gegenstand von Biographien, Romanliteratur, Musiktheater (der Oper Lou Salomé von Giuseppe Sinopoli (Libretto: Karl Dietrich Gräwe) zum Beispiel, die 1981 in München uraufgeführt wurde) und anderen Texten, in denen ihre Kontakte zu Berühmtheiten der Literatur- und Wissenschaftsgeschichte erörtert werden."

Auszug aus Wikipedia

 

Letzten Mittwoch Abend ging es in unserer Dortmunder biografisch-spirituellen  Veranstaltung um das Leben von Lou Andreas-Salomé (* 12. Februar 1861in St. Petersburg; † 5. Februar 1937 in Göttingen) und die Psychoanalyse.

 

Louise von Salomé,  geboren mit einem wissbegierigen und unkonventionellen Geist, zog in ihrem Leben viele berühmte Menschen in ihrem Bann. Besonders Männer lagen ihr zu Füßen. Friedrich Nietzsche schrieb:

 

„Lou ist scharfsinnig wie ein Adler und mutig wie ein Löwe … Nach Bayreuth kommt sie zu mir, und im Herbst siedeln wir zusammen nach Wien über. Wir werden in einem Hause wohnen und zusammen arbeiten; sie ist auf die erstaunlichste Weise gerade für meine Denk- und Gedankenweise vorbereitet. Lieber Freund, Sie erweisen uns beiden sicherlich die Ehre, den Begriff einer Liebschaft von unserem Verhältnis fernzuhalten. Wir sind Freunde und ich werde dieses Mädchen und dieses Vertrauen zu mir heilig halten. – Übrigens hat sie einen unglaublich sicheren und lauteren Charakter."

 

Aber er wollte mehr als nur eine Freundschaft sie hingegen nicht. Sein Werben war umsonst, die Freundschaft und sein Hochgefühl zerbrach.

 

„Diese dürre, schmutzige, übelriechende Äffin mit ihren falschen Brüsten – ein Verhängnis!“

 

Trotzdem hinterließ, sie ihm ein Werk zu ehren und nahm damit laut Anna Freud die Psychoanalyse vorweg. 

  • Friedrich Nietzsche in seinen Werken. 1894 (Neu herausgegeben mit Anmerkungen von Thomas Pfeiffer. Frankfurt am Main/ Leipzig, Insel 2000, ISBN 3-458-34292-3).

Ein anderer dichtete, als er von ihr verlassen wurde: 

 

"Warst mir die mütterlichste der Frauen,

ein Freund warst Du, wie Männer sind,

ein Weib, so warst Du anzuschauen,

und öfter noch warst Du ein Kind.

Du warst das Zarteste, das mir begegnet,

das Härteste warst Du, damit ich rang.

Du warst das Hohe, das mich gesegnet –

und wurdest der Abgrund, der mich verschlang.“

 

Es war Rainer Maria Rilke, der sicherlich nicht das geworden wäre, wenn er ihr nicht verfallen wäre. Und Sigmund Freud verfasste zu ihrem Nachruf:

 

„Die letzten 25 Lebensjahre dieser außerordentlichen Frau gehörten der Psychoanalyse an, zu der sie wertvolle wissenschaftliche Arbeiten beitrug und die sie auch praktisch ausübte. Ich sage nicht viel, wenn ich bekenne, dass wir es alle als eine Ehre empfanden, als sie in die Reihen unserer Mitarbeiter und Mitkämpfer eintrat … Meine Tochter [Anna], die mit ihr vertraut war, hat sie bedauern gehört, dass sie die Psychoanalyse nicht in ihrer Jugend kennengelernt hatte. Freilich gab es damals noch keine …“

 

Viele weitere Berühmtheiten kreuzten ihren Weg. Und das was ihr Leben so schillernd macht, lässt ihr Werk zu unrecht im Hintergrund treten. Auch wenn Lou eine selbstbewusste Frau war und viele bekannte Feministinnen ihrer Zeit kannte, war sie nicht feministisch orientiert.

 

Der zweite Teil des Abends gehörte dann der Coach von Sigmund Freud, auf der wir bereitwillig Platz nahmen.