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Die Kunst der Porträt-Fotografie

Die Kunst der Porträt-Fotografie

Fotografieren gehört nicht zu meinen Talenten. Ich knipse noch fernab künstlerischer Ambitionen und größerem Interesse an meinen eigenen Schnappschüssen. 

 

Das menschliche Interesse sich selbst oder eine Gruppe, der Familie darzustellen zeigt sich vielfältig in der Kunstgeschichte. War die Porträt-Malerei noch den gut betuchten vorbehalten, setzte mit der Fotografie ein gesellschaftlicher Wandel ein. Porträts, in Form von Fotos zu erstellen und besitzen, wurde nun erschwinglich. Ging man früher noch zum Fotografen um "gute professionelle Porträts-Fotos"  von sich zu erhalten hat die Handykamera die Welt verändert. Selfies zu schießen und sofort über die sozialen Netzte zu verbreiten, liegt seit einigen Jahren im Trend.

 

Doch nicht jedes Selfie ist künstlerisch zu nennen. Soll doch das Prädikat Porträt nur solche Fotos besitzen, wo es dem Fotografen gelingt etwas vom Wesen der Person einzufangen, etwas von seiner Seele zu bannen.

 

Lydia Krzistetzko (12.01.1923-30.11.2018)
Lydia Krzistetzko (12.01.1923-30.11.2018)

Ich weis nicht wer da meine kürzlich verstorbene Mutter damals fotografiert hat. Aber ihm ist sicherlich gelungen etwas seelisches von ihr einzufangen. Was erkenne ich, wenn ich das Foto meiner Mutter betrachte?  Kann man ihre damaligen Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte erkennen? Wie glücklich war sie zum Zeitpunkt, als sie abgelichtet wurde. Was verrät ihre Mimik dem Betrachter? Leider gibt es kein Datum und kein Orts-Hinweis um es biografisch einzuordnen. Aber muss man das überhaupt?

 

Wie erweitert sich die Blickweise, wenn das Bild auf der entsprechenden Seelenebene angeschaut wird, den um genau diese Erweiterung dreht sich diese Seminarreihe rund um die Fotografie. Da fällt mir auf, dass das weltweit bekannte Zitat aus dem kleinen Prinz: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“, als unser Leitfaden dienen kann und uns motiviert mit Augen und Herz zu sehen.

 

Im heutigen Seminar gingen wir der Frage nach, welche seelische Qualität, jemand entwickeln muss um gute Porträts anzufertigen und stießen dabei auf die Begrifflichkeit: wohlgesonnen bzw. wohlgesinnt

 

Und mit diesem Begriff wurde das Seminar ausgerichtet. Lernen Sie wohlgesonnen zu sein.

 

Die Teilnehmer erwartet nun eine zweiwöchige nächtliche Seelen-Schulung, die ihnen die Thematik "wohlgesonnen" und die Welt der Porträtphotographie näher bringt. Zur Einstimmung auf dieses Thema empfehle ich die Porträts von Nadar (1820-1920) anzuschauen. Arte hatte letzten März, eine längere und interessante Dokumentation über diesen Fotografen gebracht.