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Buchempfehlung

Buchempfehlung

Leben mit Göttern; Neil MacGregor

August 2018 hatte ich mich dazu entschlossen,  meinen Lehrpfad "Morganas Göttinnenwege", der einige meiner Schüler und mich zehn Jahre begleitete und uns in die Welt des religiösen Glaubens und der Gottheiten führte, zu beenden.  Beim stöbern in einer Buchhandlung zog mich im Dezember 2018 ein Buch magisch an: "Leben mit Göttern",  von Neill MacGregor. 

 

Es ist ein Buch, das das Thema Glauben aus einer kulturhistorischen Sicht annimmt. Eine Sichtweise, die ich in meinen spirituellen Seminaren, mangels Fachwissen und eigener Intension nicht lehren konnte. Das Buch zu lesen rundet mein zehnjährigen Weg ab. Jeder der sich irgendwie mit dem Thema Glauben auseinandersetzen möchte, kann ich dieses Buch empfehlen.

 

Zur Einstimmung zitiere ich aus einem Interview von Ute Welty, das ich auf der Homepage von Deutschlandfunk Kultur (Beitrag vom 5.10.2018) gefunden habe. 

   

"Ute Welty: ...  Mit der BBC hat Neil MacGregor viel zusammengearbeitet, unter anderem für eine Serie über Jesusbilder. Sein neues Buch, das nächste Woche erscheint, knüpft vielleicht ein wenig da an: „Leben mit den Göttern“ heißt es. „Leben mit den Göttern“, wie kann das sein, wenn es doch in den Zehn Geboten heißt, du sollst keinen anderen Gott neben mir haben?" 

 

"MacGregor: Es geht hier um Gesellschaften aus aller Welt und über 40.000 Jahre. Also es gibt ja viele Götter in der Welt, und in diesem Buch habe ich versucht, die Frage zu stellen, was bedeutet das, wenn eine Gemeinschaft mit einem Gott, mit Göttern umgeht, und in welchem und mit welcher Praxis wird die Gemeinschaft dadurch gestärkt. Was bedeutet es für die Gesellschaft, der Glaube. Das ist die Frage, weil in der jetzigen Welt spielt noch einmal die Religion häufig eine bestimmende Rolle in der Politik, und vor 50 Jahren hätte man, glaube ich, gesagt, dass eine solche Rolle für die Religion nicht mehr möglich war. Jetzt in aller Welt ist die Religion eine politische Frage."

 

Es lohnt sich das ganze Interview (Warum Menschen für ihren Glauben kämpfen) zu lesen und natürlich auch das Buch selbst. 

 

Eine Anmerkung von mir zur allgemeinen politisch-religiösen Weltlage

Einem Gott oder einer Göttin zu  dienen, hat so manchen schon von klein auf beseelt. Religionen gelten allgemein als sinn-stiftend, doch sind es dann Heilige Kriege auch? Macht die Existenz des Bösen aber auch des Guten in der Welt mehr Sinn, wenn man an einen Gott glaubt? Doch welcher Gott ist dann der Richtige? Vorbei sind die Zeiten wo man noch vorsichtshalber der Unbekannten Götter dachte. Religiöse Idiosynkrasien, Repressalien und die Verfolgung Andersgläubiger gehören leider weltweit nicht einer Vergangenheit an sondern zum aktuellen Weltgeschehen. 

 

"Eine wachsende Radikalisierung von Muslimen und der Aufstieg religiös-nationalistischer Bewegungen in Asien führt nach Darstellung der Hilfsorganisation Open Doors zur verstärkten Christenverfolgung weltweit. Die Zahl der dokumentierten Morde an Christen von 2782 im Jahr 2017 auf 4136 im vergangen Jahr angestiegen, heißt es in dem am Mittwoch in Kelkheim veröffentlichten Weltverfolgungsindex 2019." 

gefunden im FAZ 16/01/2019

 

Wie gefährlich ist es sich für religiöse Toleranz und Akzeptanz einzusetzen? Wäre es aber nicht sinnvoll selbst eine inter-religiöse Sichtweise zu akzeptieren? Das von mir empfohlene Buch vermittelt eine unaufdringliche inter-religiöse Sichtweise.