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Die Wälder der Erde

Befreiung - Acryl 80 X 60 cm copyright Ulrike Krzistetzko
BEFREIUNG - Acryl 80 X 60 cm copyright Ulrike Krzistetzko

Lautlos im Weltraum

"Silent Running" ist der amerikanische Originaltitel  eines 1972 gedrehten dystopischen Science-Fiction-Films. Ein Film den man noch ab und zu im Fernsehen bewundern kann.

 

Der Ausgangspunkt des Filmes bilden vier Raumschiffe mit riesigen Glaskuppeln, die die letzten Wälder der Erde beherbergen, und durch das All treiben. Sie bilden ein Arche Noah-Projekt für die Pflanzenwelt, den die Natur auf der Erde ist längst zerstört worden. Doch dann ...

 

Der Film gilt mit seiner zeitlos ökologischen Botschaft, als ein Mahnmal für den Erhalt der Natur. Haben wir diese Botschaft verstanden?

 

Der physische Wald und wir

Anfang der 80er wurde unser kollektives deutsches Gemüt durch folgende Botschaft stark erschüttert: Der Wald stirbt aus! Der Übeltäter: "Saurer Regen".  Ein besorgtes Umweltbewusstsein keimte auf und ermöglichte den Grünen 1983 erstmals in den Bundestag einzuziehen. Die Sorge um den deutschen Wald wallte in allen politischen Parteien auf. Helmut Kohl und seine schwarz-gelbe Regierung reagierten damals klug, sie nahmen sich dem Thema des Umweltschutzes an und damit den Grünen erst einmal den frischen Wind aus ihren Segeln.  Doch schon 1985 wurde das Umweltthema Waldsterben vom neu entdeckten Ozonloch verschluckt und die Bedeutung des Umweltschutzes nahm seitdem stetig zu. Das große Waldsterben ist bis heute glücklicherweise noch nicht eingetreten.  Doch inzwischen schrillen wieder die Alarmglocken. Heute ist der Wald zwar nicht mehr vom sauren Regen bedroht es ist der Klimawandel der weltweit den Wäldern gehörig zuzusetzen. Dabei könnten mehr existierende Wälder auf dieser Welt, die Welt vor dem Klimawandel retten. Umwelt- und Klimaschutz muss heute global gehändelt werden.

 

Der Wald ist mehr als die Summe aller Bäume, er ist ein Biotop, ein Lebensraum für viele Tiere, Pflanzen, Pilze und auch den Menschen. Der Lebensraum Wald mit seiner Artenvielfalt wird von den Wissenschaftlern immer besser erkundet und verstanden. Die Sprache der Bäume, wie Sie sich die Bäume über Duftstoffe oder Wurzeln verständigen, entschlüsselt. Der Wert des Walds für den Menschen ist nicht nach Festmetern Holz kalkulierbar.  Auch wenn wirtschaftlichen Interessen und Umweltschutz immer wieder kollidieren, hat sich die damalige Sorge um den deutschen Wald umweltpolitisch positiv ausgewirkt.  

 

Seit 350 Millionen Jahren existieren Bäume und Wälder auf unserem Blauen Planet. Worin besteht nun der eigentliche Wert des Walds für den Menschen. Ein ist klar – ohne „Grüne Lunge“ würde uns bald die Luft ausgehen. Jemand der durch einen Wald spazieren geht, fühlt sich im Allgemeinen dabei und auch nachher wohl. Waldluft tut gut! Warum aber? Diese wohltuende Wirkung des Walds auf den Menschen ist zwar spürbar aber erst in jüngster auch wissenschaftlich erklärbar. Bei einem Waldspaziergang werden wir einem Cocktail aus Mikroben und Pflanzenstoffen ausgesetzt. Auch wenn sich dieses, für mich zu mindestens, als etwas „igitt“ liest – dieser Cocktail stärkt messbar unsere Gesundheit. Hierzu einige wissenschaftliche Fakten. Nach einem Waldspaziergang

  • schlägt das Herz deutlich ruhiger,
  • ist der Blutdruck niedriger,
  • gibt es weniger Stress-Hormone und
  • existieren mehr Killerzellen im Immunsystem. 

Menschen die nah an Bäumen wohnen bekommen seltener Diabetes und Herz-Kreislauf-Leiden. Zum Waldbaden umetikettiert ist der altmodisch gewordene Waldspaziergang in Deutschland zu einem  neuen ganzheitlichen Gesundheitstrend geworden. Erkundet wir dieses faszinierende Ökosystem nur von seiner physischen Existenz so bleibt seine spirituelle Bedeutung für uns ungeklärt.

 

Der Wald als unser spirituelles Biotop

Nicht nur wir sehen und erfahren den Wald eingebettet in eine „andere Realität“ und glauben, dass die Natur beseelt und der Wald ein heilsames spirituelles Biotop ist. Diese Erkenntnis oder dieser Glaube wurde von vielen Menschen und in vielen Zeitaltern geteilt. 

 

Miraculix der Mistelzweige schneidende und Zaubertränke brauende Druide erinnert uns an den heidnischen Glauben der Ahnen. Nicht nur für die Kelten, Germanen und Slawen waren Bäume Wohnstätten für Götter. In Heiligen Hainen huldigte und opferte man ihnen. Naturwesen wie Elfen, Feen waren im Wald beheimatet und galten damals nicht als Hirngespinste.

 

Der biblische Baum der Erkenntnis und die Weltenesche Yggdrasil sind zwei Beispiele für bedeutende Bäume im religiösem Kontext. Das Fällen der Donareiche durch Bonifacius im Jahr 723 ist nur ein Beispiel dafür das Baumverehrung manchem ein Dorn im Auge war. Das Fällen heiliger Bäumen galt als ein probates Mittel Heiden die Bekehrung schmackhaft zu machen. 

 

Die Naturverehrung im Schintoismus, lebendige schamanische Traditionen und isländische Feenbeauftragte zeigen, das der Glaube an eine beseelte Welt weiterlebt. Wäre Irland ohne den Glauben an Elfen, Feen und Kobolde vollständig.

 

Einen Wald erkundet man am besten per pedes. Um den spirituellen Wald zu erkunden müssen wir jedoch die Grenze zur Anderswelt überwinden und unsere Sinne übersinnliches ergreifen. Als spiritueller Scout erkunde ich mit Schülern und Klienten einige Jahre dieses Terrain. Waldpfade hieß 2005 die erste Ausbildungsreihe, die uns die Seele der Bäume, Sträucher und einiger Waldbewohner nahe brachte.

 

Oktober 2018 begann aus unserem Ausbildungszweig "Avalon - Wissen und Weisheit" ein neuer Spross zu sprießen. Ein Lehrpfad der unsere Aufmerksamkeit auf die Wälder der Erde lenkt. Wohin wird uns der neue Lehrpfad bringen? Am Anfang eines neuen Lehrpfads weis ich nie woraus er eigentlich besteht und wohin ich meine Schüler bringen werde. Ich bekam Anfangs nur zwei kleine Hinweise.

  1. Er beantwortet den Teilnehmern die Frage: Wo liegen meine Begabungen und wie kann ich diese leben?
  2. Er wendet sich dem Wald als einen mystischen Ort zu.

Wenn wir uns jetzt den Wald als ein mystischen Orten zu,  sind das Orte um die sich Mythen und wahre Geschehen ranken wie z. B. :

  • der Teutoburger Wald, der einst drei römische Legionen samt Hilfstruppen und Tross verschlang,
  • der Wald von Brocêliande wo Nimue (Viviane) Merlin in eine Weissdornhecke bannte,
  • der Sherwood Forest wo einst Robin Hood und seinen fröhlichen Gefährten Schutz fanden,
  • das Waldgebiet in dem 1908 der Tunguska-Asteroid  einschlug und auf 2000 km² geschätzte 60 Millionen Bäume entwurzelte oder
  • die Wälder um Tschernobyl, wo die Natur dem einstigem radioaktiven Niederschlag trotzt.

Doch hat nicht jeder normale Wald auch etwas mystisches zu bieten? Bis Oktober 2019 kann man noch in diesen neuen Lehrpfad einsteigen.