Lord Byron - kultivierter Weltschmerz

"Welch schöne Szene", waren es seine letzten Worte? 

 

Epitaph für Lord Byron´s Hund

 

"Einst hatte ich der Freunde sieben, sechs ließen mich zu böser Stund;

ein einziger ist mir geblieben - und dieser eine ist mein Hund.

Der jetzt hier ruht, er war ein Freund von mir;

ich kannte einen nur, und der liegt hier."

 

Eine Anekdote

 

"Mit seinem sprühenden Witz und seinem Einfallsreichtum macht Byron sich viel Freunde: Hunde sind auf dem Universitätsgelände von Cambridge nicht zugelassen, als erscheint er mit einem zahmen Bären zur Vorlesung. Solche Scherze können ihm nicht schaden, als Lord hat er den Magistertitel sowieso von vornherein in der Tasche. Ganz ungenutzt lässt Byron die Studienzeit dennoch nicht verstreichen. In Stunden der Muße schreibt er Gedichte. Mit seinem fast en passant hingeworfenen Werk Child Harolds Pilgrimage erntet Byron überwältigende Anerkennung. Eine ganze Generation fühlt sich von ihm geschaffene Figur verstanden und jubelt dem Autor zu. Innerhalb von drei Wochen werden 5000 Exemplare verkauft. Lakonisch stellt Byron fest. "Eines Morgens wachte ich auf und war berühmt". Sein Bestseller machte ihm zum Erfinder des Weltschmerzes, ein Image, das er nun eifrig kultivierte.

 

Aus dem "Lexikon der Verrückten Dichter und Denker" Eichbornverlag von Michael Korth entnommen.

 

aus Wikipedia zitiert:

 

"George Gordon Noel Byron, 6. Baron Byron of Rochdale, (* 22. Januar 1788 in London; † 19. April 1824 in Messolongi, Griechenland), bekannt als Lord Byron, war ein britischer Dichter, Enkel von John Byron, einem Südseeforscher und britischen Admiral. Lord Byron war der Vater von Ada Lovelace. Er ist überdies bekannt als wichtiger Teilnehmer am Freiheitskampf der Griechen." 

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"Byrons Werke, die der englischen 1. Spätromantik (sog. Schwarze Romantik oder Negative Romantik) zuzuordnen sind, sind geprägt von Ablehnung althergebrachter Strukturen; seine Helden sind, vielleicht als Projektion oder Inszenierung seiner selbst, intelligent, mutig und leidenschaftlich, jedoch gleichermaßen rastlos, verletzlich und einsam, so dass ihnen letztlich Zufriedenheit und Glück versagt bleiben. Byron schuf mit den Protagonisten seiner Werke eine archetypische Figur der Literatur: den „Byronic Hero“ (dt. Übersetzung mitunter: Byronscher Held), der die Leidenschaft der romantischen Künstlerpersönlichkeit mit dem Egoismus eines auf sich selbst fixierten Einzelgängers verbindet. Der „Byronic Hero“ ist ein Außenseiter und Rebell, dem es jedoch nicht um gesellschaftliche Veränderungen, sondern um die Befriedigung persönlicher Bedürfnisse geht. Als Vorläufer des „Byronic Hero“ gilt die Figur Satans in John Miltons „Paradise Lost“. Byron entwarf mit seinem Helden zugleich den Mythos um seine eigene Person und gehört damit zu den ersten Künstlern, die bewusst ein öffentliches Image pflegten."

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